Schienen verbinden Deutschland und Tschechien. Bernd Kuhlmann

Art.Nr.: 903-399

EUR 34,80
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Produktbeschreibung

Bildverlag Böttger 2018, 280 Seiten, 179 Schwarzweiß- und 336 Farbfotos, 37 historische Ansichtskarten, 67 Zeichnungen (Gleispläne, Streckenkarten), Hochformat 28,5 x 22,5 cm, Hardcover.

Mit diesem Buch von Bernd Kuhlmann gibt es erstmals eine umfassende Publikation über alle grenzüberschreitenden Strecken zwischen Deutschland und Tschechien. Neben einer Einführung zur Landeskunde sind detaillierte statistische Angaben über diese Schienenverbindungen enthalten. Umfangreiches historisches und aktuelles Bildmaterial runden den aufwendig recherchierten Band ab.

Die heutige deutsch-tschechische Grenze (von Passau bis zum Dreiländereck Zittau) ist 770 km lang, davon 414 km zu Sachsen und 356 km zu Bayern. Von den einstigen 19 Grenzübergängen für die Eisenbahn sind heute wieder 14 geöffnet, zehn zu Sachsen (davon zurzeit je einer ohne Reiseverkehr bzw. nur in der Saison) und vier zu Bayern.

Und es ist einfach, mit dem Zug über die Grenze ins tschechische Nachbarland zu fahren: Pass- und Zollkontrollen sind seit dem 21. Dezember 2007 entfallen, auch Lokwechsel an den Betriebswechselbahnhöfen sind seltener geworden, evtl. wechselt der Lokführer, die Reisezeiten sinken …  Die Europäische Union (EU) macht's möglich. Denn mit der angestrebten Liberalisierung (freier Zugang zum Bahnnetz) und Interoperabilität (problemloser Übergang von Fahrzeugen von einem Bahnnetz zum anderen) werden kommerzielle und technische Hürden nach und nach abgebaut. Besonders nach dem Beitritt Tschechiens zur Europäischen Union am 1. Mai 2004 wurde die überregionale Zusammenarbeit ausgebaut. Aus dem bisherigen Nebeneinander wurde ein Miteinander, entstanden Pläne, frühere, bereits abgebaute Bahnlinien zu reaktivieren oder gar neue Strecken zu bauen.

Die Zusammenarbeit zwischen den Bahnverwaltungen ist inzwischen enger und auf eine neue Basis gestellt worden: Bereits 1992 schlossen sie auf der Basis des UIC-Merkblattes 471-1 VE neue Grenzbetriebsvereinbarungen (GBV) – die auszugsweise genannt werden –, Infrastruktur-Verknüpfungs-Verträge (IVV), Zusatzvereinbarungen Infrastruktur (ZusV I) und die zugehörigen betrieblichen Zusatzvereinbarungen (ZusV) für jeden Grenzübergang. 1995 unterzeichneten beide Staaten einen Vertrag über Erleichterungen bei der Grenzabfertigung, dem 1997 ein Vertrag über den Eisenbahnverkehr über die gemeinsame Staatsgrenze folgte. In den Vereinbarungen ist enthalten, wie weit Lokführer einer fremden Bahn bis zu welchen Bahnhöfen im Nachbarland fahren dürfen (sogenannte Eindringungsstrecken), oder in welcher Sprache sich die beiden Fahrdienstleiter eines Überganges verständigen, welche Triebfahrzeuge unter welchen technischen Bedingungen ins Nachbarland fahren dürfen …

Empfehlenswert für Historiker und Eisenbahnfreunde!