Frauen bei der Reichsbahn. Udo Kandler

Art.Nr.: 901-337

EUR 18,64

  • Gewicht 0.7240 kg

Inhalt

VGB/Klartext 2014, ca. 128 Seiten, zahlreiche Abbildungen, Festeinband, gebunden.

Als Arbeitgeber war die Deutsche Reichsbahn lange eine Männerdomäne. Erst nachdem sich der Überfall auf die Sowjetunion mit dem erhofften Blitzkrieg als grobe Fehleinschätzung erweisen sollte und immer größere Ressourcen beansprucht, stellen die Umstände das nationalsozialistische Frauenbild der treusorgenden Mutter auf den Kopf. Mit einem Mal war die weibliche Arbeitskraft bei der Eisenbahn gefragt. Im Kampf gegen den Arbeitskräfteschwund, verursacht durch die in den Krieg geschickten Männer, finden sich die Frauen in einer Rolle wieder, die in Deutschland den geordneten Bahnbetrieb sicherstellt.

Entstanden sind viele der abgebildeten Szenen zum Zweck der Propaganda. Die inszenierten Fotografien, aussagestark publiziert, zielten darauf ab, jungen Frauen den Dienst bei der Deutschen Reichsbahn schmackhaft zu machen: ansprechend fotografierte Eisenbahnerinnen im Einsatz als Aufsichtsbeamtin, Fahrkartenverkäuferin, Nachrichtenhelferin, Zugschaffnerin und dergleichen.

Der überwiegende Teil der Aufnahmen wurde vom für den Pressedienst des Reichsverkehrsministeriums tätigen Fotografenstamm angefertigt. Die Fotografen (Hans-Joachim Bandelow, Ernst Below, Walter Hollnagel, Max Ittenbach, Paul Trost und Walter Steiner) verstanden es, die "Frauen bei der Reichsbahn" professionell im vertrauten Umfeld in Szene zu setzen.

Augenfällig ist dabei der Umstand, das es einige der überaus attraktiven Frauen verstanden, vor der Kamera auffallend routiniert zu agieren. Obwohl nicht verbrieft, liegt die Vermutung nahe, dass einige Lichtbildner bei ihren Fototerminen zuweilen auf professionelle Fotomodelle zurückgriffen, die kurzweg vom Laufsteg auf den Bahnsteig wechselten. Gleichwohl verstanden es die Reichsbahnfotografen nicht minder, die realen Eisenbahnerinnen in Ihren Tätigkeitsbereichen gekonnt abzulichten.